Rechtliche Grundlagen einer Adoption

Wer darf adoptieren?

Die Adoption hat dem Wohle des Kindes zu dienen. Zu diesem Zweck muss ein Eltern-Kind-Verhältnis zu erwarten sein. Innerhalb einer Ehe darf ausschließlich gemeinsam adoptiert werden, während es einem Unverheirateten nur allein gestattet ist. Bislang war homosexuellen Partner keine gemeinsame Adoption möglich, nur die Stiefkindadoption war gesetzlich gestattet. Durch die vom Bundestag beschlossene Ehe für alle haben gleichgeschlechtliche Ehepartner das Recht, Kinder unter gleichen Voraussetzungen wie Ehepartner bisher zu adoptieren.

 

Kosten einer Adoption

Eine Adoption wird durch den Staat nicht finanziell unterstützt. Vor Gericht ist eine Minderjährigen – Adoption gebührenfrei, jedoch fallen z. B. Kosten für Beglaubigungen, Notar an. Die Adoptiveltern haben das Recht auf alle staatlichen Familienleistungen wie Kindergeld, Kinderzuschlag, Steuererleichterungen etc.

 

Benötigte Unterlagen

Die Adoptionsvermittlungsstelle verlangt:

·        Familienbuch bzw. Geburtsurkunden

·        Heirats- bzw. Scheidungsurkunde

·        Einkommensnachweise sowie Vermögens- und Schuldennachweise

·        Polizeiliches Führungszeugnis aller Antragssteller

·        Gesundheitszeugnis bzw. ärztliche Atteste aller Antragstellenden

·        Ausführlicher Lebenslauf aller Antragssteller

·        Unbedenklichkeitserklärung zur Aufnahme eines Kindes, ausgesprochen durch eine andere Vermittlungsstelle

·        Evtl. Staatsangehörigkeitsnachweis aller Antragsstellenden

·        Evtl. Fotos

 

Das Vormundschaftsgericht benötigt:

·        Auszug aus Familienbuch

·        Geburtsurkunden

·        Gesundheitszeugnis

·        Meldebescheinigungen

·        Abstammungsurkunde des Kindes

·        Gegebenenfalls Staatsangehörigkeitsnachweis

·        Bei nichtehelichen Kindern Einwilligungserklärung des Vaters

·        Notariell beglaubigter Antrag zur Kindesannahme

·        Notariell beglaubigte Einwilligungserklärungen der Kindeseltern

·        Bei Inkognitoadoption Identitätsbescheinigung

 

Verwandtschaftsverhältnisse

Bei Adoption erlöschen alle Verwandtschaftsbeziehungen zur Herkunftsfamilie. Ausnahmen bei Stiefkindadoption und Volljährigenadoption.

 

Dauer des Adoptionsprozesses

Bei einer unproblematischen Adoption beträgt die Prozessdauer in etwa ein halbes Jahr, in anderen Fällen dauert sie länger an.

 

Rechte der leiblichen Mutter

Bei der Freigabe des Kindes zur Adoption verliert die leibliche Mutter alle Rechte an diesem.

 

Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung

Die Adoption und ihre Umstände unterliegen im Grundsatz einem Inkognito, mit Zustimmung aller Beteiligten kann dieses aufgehoben werden. Das Adoptionsgeheimnis dient dem Schutz der Adoptivfamilie. Das adoptierte Kind hat bei Vollendung des 16. Lebensjahres grundsätzlich das Recht, Einsicht in die Adoptionsakte zu nehmen. Dazu gehören die Daten zur Identität der leiblichen Eltern und ebenso zur familiären Krankheitsgeschichte.

 

Die gesetzliche Aufbewahrungsfrist für Adoptionsakten beträgt ab der Geburt des Kindes hundert Jahre.