Reguläre Adoption

Den ersten Schritt stellt die Entscheidung der schwangeren Frau bei einem anerkannten Adoptionsdienst, entweder dem Jugendamt oder einem freien Träger wie dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), auf Wunsch in Kooperation mit einer Schwangerenberatungsstelle, beraten zu lassen. Nach eingehender Beratung auch über die Möglichkeit, das Kind selbst zu behalten, sowie über die verschiedenen Formen der Adoption, wird der Adoptionsdienst mit der Suche nach geeigneten Adoptiveltern beauftragt. Dabei richtet sich der Adoptionsdienst möglichst nach den Vorstellungen der Schwangeren. Auf Wunsch der werdenden Mutter besteht die Möglichkeit zu einem in der Regel anonymen Kennenlernen an einem neutralen Ort und in Begleitung einer Fachkraft. Bürokratische Belange werden parallel hauptsächlich vom Adoptionsdienst geklärt. Möglichst noch vor der Entbindung, findet ein Termin im Klinikum statt, die Mutter wird dabei durch den Adoptionsdienst oder die Schwangerenberatungsstelle begleitet. Nach der Entbindung findet ein weiteres Gespräch mit der Mutter statt. Bleibt sie bei ihrer Entscheidung, ihr Kind zur Adoption freizugeben, erhält der Adoptionsdienst eine Vollmacht durch die Mutter, die dennoch die volle elterliche Sorge behält. Die Adoptiveltern können dadurch das Kind mit Zustimmung des Adoptionsdienstes in der Klinik besuchen und auch abholen, bei sich anmelden und versichern. 

 

Nach frühestens 8 Wochen willigen die leiblichen Eltern, wenn der Vater unbekannt ist, nur die leibliche Mutter, bei einem Notar die Annahme ihres Kindes durch Adoptiveltern ein. Dadurch ruht die elterliche Sorge und das Jugendamt am Wohnort der Adoptiveltern wird zum Vormund des Kindes bestimmt.

 

Gegen Ende der Adoptionspflege (in der Regel 1 Jahr) stellen die Adoptiveltern mit Zustimmung des Vormundes den Antrag zur Annahme als Kind. Das zuständige Familiengericht entscheidet auf Basis eines Gutachtens des Adoptionsdienstes über den Antrag. Fällt das Urteil positiv aus, erfolgt die Gleichstellung des adoptierten Kindes mit einem leiblichen Kind, die Adoptiveltern haben danach die volle elterliche Sorge.