Anonyme Adoption

Entscheidet sich eine Frau nach eingehender Beratung in einer anerkannten Schwangerenberatungsstelle für eine anonyme Geburt, gibt die dort zuständige Fachkraft die nötigen Informationen für eine Vermittlung an den Adoptionsdienst weiter, der anschließend nach geeigneten Adoptiveltern für das Kind sucht. Vor und nach der Geburt des Kindes werden Gespräche mit der Klinik und den zuständigen Ärzten durchgeführt. Das Neugeborene wird in der Regel auf die Kinderintensivstation verlegt, damit sowohl für die leiblichen Eltern bzw. der leiblichen Mutter als auch für die Adoptiveltern, die das Kind meist von Anfang an besuchen können, ausreichend Schutzraum gegeben ist. In Amberg erhält der Sozialdienst katholischerFrauen auf Antrag die Vereinsvormundschaft für das neugeborene Kind, um in allen Belangen unterschriftberechtigt zu sein. Dies ist zwischen den beiden Jugendämtern und dem Sozialdienst katholischerFrauen per Vertrag geregelt. 

 

Während des Klinikaufenthaltes wird die Frau begleitet und hat wie auch bei anderen Formen der Adoptionsfreigabe jederzeit die Möglichkeit, ihr Kind zu sehen. In dieser Zeit kann sie ihre Entscheidung, der anonymen Freigabe überdenken. Dabei hat sie folgende Optionen: 

 

• Die Frau gibt ihre Anonymität auf und behält ihr Kind.

• Die Mutter gibt ihre Anonymität auf und beauftragt den Adoptionsdienst mit einer regulären Vermittlung ihres Kindes

oder

• Die Mutter verbleibt anonym und wünscht weiterhin die anonyme Vermittlung an Adoptiveltern. 

In diesem Fall bleibt die Vormundschaft aufrecht erhalten und das Kind kann von den Adoptiveltern aus der Klinik geholt werden. 

 

Wie auch bei der regulären Adoption erhalten die Adoptiveltern durch Bescheinigungen des Adoptionsdienstes die Möglichkeit, das Kind bei sich anzumelden, zu versichern und in Elternzeit zu gehen. 

 

Mit dem Ziel der Annahme des Kindes können die Adoptiveltern nach 1 Jahr bei einem Notar einen Antrag auch an das Familiengericht stellen. Wenn der Vormund, wie auch der Adoptionsdienst die Familie das ganze Jahr begleitet hat, eine positive Stellungnahme abgibt, kommt es zu einer Anhörung der Adoptiveltern, bei der sich das Gericht versichert, ob in der Adoptionspflegezeit eine Eltern-Kind-Bindung entstanden ist und die Adoption dem Wohl des Kindes entspricht. Ist dies der Fall wird dem Antrag stattgegeben und das Kind wird einem leiblichen Kind rechtlich gleichgestellt. Bei einer anonymen Geburt ist zu beachten, dass das Kind keine rechtlich gesicherte Möglichkeit hat, etwas über die Herkunftsfamilie zu erfahren.