Auswertung der Umfrage zum Thema Adoption und Rabenmütter

Vorstellbare Gründe der Abgabe:

Die befragten Personen können sich viele potentielle Gründe vorstellen, warum eine Mutter ihr Kind zur Adoption freigibt. Für ungefähr 1/3 der Befragten zählt die finanzielle Not sowie die Überforderung im gleichen Maße dazu. In ähnlicher Häufigkeit wird Krankheit angegeben. Somit besteht durchaus eine gewisse Tendenz dazu, die Abgabe nachvollziehen zu können.

 

      Veränderung des gesellschaftlichen Bildes und Ausreichen des vorhandenen Verständnisses: 

 

      Denn die Einstellung der Gesamtgesellschaft bezüglich Adoption ist im Laufe der Jahre einem starken Wandel unterlegen. Zahlreiche Veränderungen der modernen Welt führen unter anderem zu Lockerungen im Moralverständnis. Deshalb bestätigt die überwiegende Mehrheit der Befragten die Verbesserung des gesellschaftlichen Bildes zur Adoption. Dennoch zeigt das Ergebnis einen immer noch bestehenden Mangel an Verständnis für Betroffene, was in gleicher, überwiegender Stimme kritisiert wird. Den negativen Aspekt der Thematik stellen knapp 2/5 der Befragten heraus, die keinen Fortschritt im gesellschaftlichen Bild sehen. 

 


Verantwortung des leiblichen Vaters: 

 

Dabei wird die Rolle des Vaters zunächst völlig außen vorgelassen. Dies wird von mehr als der Hälfte der Befragten kritisiert, sie sehen den leiblichen Vater in exakt gleicher Verantwortung. Zugleich besteht die Erkenntnis der erleichterten Situation für den Vater, welcher sich einfacher aus der Pflicht nehmen kann. Somit wird von den Umfrageteilnehmern bemängelt, dass der Begriff „Rabenmutter“ lediglich eine negative Einstellung gegenüber den Müttern, die ihr Kind zur Adoption freigeben, ausdrückt. 

 

Ausschlaggebende Ursache zur Betitelung „Rabenmutter“ und Angemessenheit dieser: 

 

Die Gründe zur Bezeichnung einer Frau als „Rabenmutter“ sind vielfältig, doch herausstechend ist, dass diese Betitelung durchweg als nicht angemessen empfunden wird. Die knappe Mehrheit der Befragten sehen den Begriff „Rabenmutter“ im Zusammenhang mit Adoption als unangebracht an. Die angegebenen Ursachen zur Betitelung als „Rabenmutter“ liegen mehrheitlich in der Vernachlässigung und Verwahrlosung des Kindes. Weiterhin wird das übermäßige Eigeninteresse und die fehlende Liebe und Zuneigung in ähnlicher Gewichtung von den Befragten angeführt. 

 

 


Folgen für die abgebende Mutter im ablehnenden Umfeld:

Knapp 2/5 der Befragten sehen gravierende psychische Erkrankungen der Mutter als Konsequenz des Unverständnisses des Umfelds an, welche Depressionen bis hin zu Suchtproblemen auslösen können. In vergleichbarem Anteil werden das schlechte Gewissen sowie Schuldgefühle angegeben. Letztlich reicht das Bewusstsein der Gemeinschaft hinsichtlich der dramatischen Auswirkungen auf die Mutter zum Erkennen der gesellschaftlichen Diskriminierung in Folge der Abgabe eines Kindes, was zu gesteigertem Verständnis führt.

 


 

Erhoffte Reaktion im eigenen Ernstfall: 

 

Dieses Verständnis spiegelt sich vor allem in der erhofften Reaktion im eigenen Ernstfall wieder. Eine klare Mehrheit fordert Verständnis, weiterhin sind ebenso Akzeptanz, Respekt und Unterstützung gewünscht.